SBB Green Class: E-Bike im Winter? Kein Problem!

Ja, ich bin ein «Gfrörli». Bei Temperaturen unter 5 Grad Celsius halte ich mich nur ungern zu lange draussen auf. Wäre ich eine Pflanze, erhielte ich das Prädikat «nicht winterhart». Wie komme ich nun bloss von A nach B mit meinen geliebten Stromer? Jetzt im Winter, wenn Schnee, Glätte und eisige Temperaturen jederzeit möglich sind? Ich könnte zu Fuss gehen oder komfortabel mit Tram, Bus oder Zug ans Ziel kommen. Aber dazu mag ich mein Gefährt eigentlich zu sehr und will daher von Hannes Sass, Shopleiter bei Thömus in Bern, wissen, wie ich auch als «Gfrörli» im Winter stromern kann.

Selbstversuch: Ist E-Bike fahren im Winter möglich?
Selbstversuch: Ist E-Bike fahren im Winter möglich?

    «E-Bike im Winter? Kein Problem», kommt es prompt aus Hannes Mund. Ich bin erleichtert und lausche gespannt seinen tollen Tipps, wie ich auch in den Wintermonaten sicher und problemlos mein E-Bike benutzen kann.

    Winterfestes E-Bike

    Der wichtigste Ratschlag liefert Hannes sogleich: «Den Akku immer schützen und bei Temperaturen um die 5 Grad Celsius dem Bike entnehmen und bei Raumtemperatur lagern». Hannes erklärt mir, dass der Akku sehr empfindich ist und bei zu kalten Temperaturen beschädigt werden kann und so unnötig Energie verbraucht. Als Vergleich: im Sommer leistet ein Akku rund 100 km, im Winter dagegen nur noch 70 km. Wenn man bedenkt, dass ein solcher Akku rund 1800 Franken kostet, lohnt es sich, den Akku entsprechend zu schützen. Wird das E-Bike eine Weile nicht genutzt, sollte man den Akku ebenfalls entnehmen und diesen bei Raumtemperatur alle sechs Wochen auf 40 - 60% nachladen. Ansonsten ist die Gefahr gross, dass er sich komplett entlädt und nicht mehr funktioniert.

    Winterreifen bei E-Bikes haben die gleiche Funktion wie beim Auto - sie bleiben auch bei tiefen Temperaturen weich und bieten einen speziellen Grip. «Daher sollte man das E-Bike einem Winterservice unterziehen und Winterreifen montieren, genau wie bei einem Auto», so Hannes. Auf Spikes kann man jedoch getrost verzichten. Sie machen nur auf Eis Sinn, ansonsten können sie sogar gefährlich sein wegen der Rutschgefahr, zum Beispiel auf Tramschienen.

    Hannes empfiehlt mir ausserdem, die Radkette zu pflegen und diese je nach Einsatz  rund einmal pro Woche zu ölen, um Schäden wie Rost zu vermeiden.

    Hannes Sass, Shopleiter Thömus, weiss Rat für «Gfrörli» Bettina Hirsig.

      Winterfeste Kleider

      Bezüglich Kleidung erklärt mir Hannes, dass ich mich wie üblich anziehen und je nach Witterung eine Bike-Jacke und Bike-Hose (z.B. von http://www.goreapparel.ch/) überziehen könne. Diese Funktionskleider sind wasserdicht und atmungsaktiv. Sogar über meine Daunenjacke passt diese Bike-Jacke. Auch Überschuhe finde ich ganz praktisch, so kriegen meine Winterstiefel nichts vom Matsch ab oder werden je nach Modell gegen den kalten Fahrtwind geschützt (Windstopper).

      Kalte Ohren – was nun? Einfach die Wintermütze unter dem Helm anziehen? Davon rät mir Hannes eingehend ab. Die Gefahr sei gross, dass der Helm auf dem Kopf verrutscht und nicht mehr sitzt. «So schadet der Helm eventuell mehr, als dass er nützt», so Hannes.

      Damit E-Bike-Fahrer trotzdem keinen kalten Kopf bekommen, legen sie sich idealerweise eine sogenannte Helmmütze zu. Ein Helm mit Visier ist zudem praktisch, um die empfindlichen Augen vor der Kälte und/oder Regen zu schützen.

      Der Härtetest

      Mit all den Tipps von Hannes bin ich anschliessend losgefahren und habe mich dem Härtetest unterzogen – zwar ohne Winterreifen, muss ich gestehen. Auf einer schneebedeckten Wiese habe ich mein neu erworbenes Wissen getestet und versucht locker durch den Schnee zu fahren. Anfänglich hat alles wunderbar geklappt. Eine scharfe Bremsung zuviel und ich bin schlussendlich leider doch noch im Schnee gelegen… Winterreifen wären für solche Bedingungen wohl definitiv sinnvoll gewesen :-).

      Dafür ganz praktisch bei kalten Temperaturen: Das Display kann man - im Gegensatz zum Handy - mit ganz normalen Handschuhen bedienen. Man muss also nicht mit steifen frierenden Fingern den Pin eingeben.

      Bei Schnee sind Winterreifen für das E-Bike definitiv sinnvoll.

        Mein Fazit für «Gfrörlis» wie mich

        Den Stromer an 365 Tagen zu nutzen - dafür bin ich wohl doch zu bequem und «nicht winterhart». Ich geniesse es, die Freiheit zu haben und wählen zu können, wie ich mich fortbewegen möchte. Es ist schön, wenn ich an regnerischen, verschneiten und kaltenTagen aufs Tram ausweichen kann und den Vortritt gerne anderen Winter-E-Bikern gewähre. Wie ich herausgefunden habe, liegt das Probelm ja nicht bei Kleidung, Ausrüstung oder Technik, sondern einzig und allein beim «Inneren Gfrörlihund».

        SBB Green Class

        Seit Juni 2017 sind Bettina Hirsig und ihr Mann Christian offiziell als Ambassadoren für SBB Green Class E-Bike mit einem GA auf dem SwissPass, einem E-Bike ST2 von Stromer und weiteren Leistungen unterwegs. In regelmässigen Abständen berichten sie über ihre Erfahrungen mit ihrem Mobilitätskombi und gewähren uns einen Blick in ihren Alltag mit nachhaltiger Mobilität.