Mobilitätspionier Dimitri Burkhard sagt «au revoir», er wechselt die Seiten.

Unser Blogger Dimitri Burkhard hat während eines Jahres Einblick in seinen Alltag als SBB Green Class Pionier gegeben und regelmässig über seine Erlebnisse mit kombinierter Mobilität erzählt. Nun endet sein Engagement als Ambassador der SBB. Ein guter Grund, noch einmal mit Dimitri zu sprechen und das Jahr Revue passieren zu lassen.

    Dimitri Burkhard, man kennt dich als das Gesicht von SBB Green Class. Du bist als Ambassador ein Jahr multimobil quer durch die Schweiz unterwegs gewesen und hast über deine Erfahrungen rund um nachhaltige Mobilität berichtet. Erzähl mal – wer steckt denn noch hinter Dimitri?

    In erster Linie sehe ich mich als Botschafter - das beschreibt meine Tätigkeit treffender. Ich bin sehr neugierig und gehe mit offenen, interessierten Augen durch die Welt. Wo immer ich bin, finde ich Möglichkeiten, meine Neugierde zu stillen. Ich gehe gerne auf Menschen zu und möchte ihre Lebensgeschichten erfahren. Wenn immer möglich bereise ich spontan neue Orte. Ich habe in Columbus, Ohio, in den Vereinigten Staaten, ein Studium in Kommunikation absolviert und dort knapp zehn Jahre gelebt. Diese Zeit hat mich sehr geprägt. Seitdem ich vor acht Jahren in die Schweiz zurückgekehrt bin, hat sich mein Blick auf die Heimat grundlegend verändert. Ich nehme Dinge anders wahr, und die Leidenschaft für die Schweiz ist erst nach meiner Rückkehr so richtig entfacht. Ich werde nicht müde und mache alles dafür, die Schweiz von Grund auf immer wieder neu zu entdecken.

    Du bist auch Gründer des Onlinemagazins «Newly Swissed», das über Trends, Kultur, Design, Events und Tourismus in der Schweiz berichtet.

    Genau, und ausschlaggebend für die Gründung vom Newly Swissed Onlinemagazin war definitiv die Rückkehr in die Schweiz. Die neuen Eindrücke aus dem Alltag habe ich meiner Frau jeweils ausführlich vorgetragen (lacht). Sie ist es dann auch gewesen, die mich dazu motiviert hat, meine Erlebnisse niederzuschreiben. Das Aufzeichnen hat meine Leidenschaft fürs Schreiben so richtig entfacht und das Thema, nach welchem ich so lange gesucht habe, hat sich endlich klar herauskristallisiert. Dadurch ist auch mein Interesse am Bloggen, an den sozialen Medien und am Fotografieren entflammt.

    Du hast den Arbeitgeber gewechselt und bist neu als Manager Digital Marketing für die SBB Tochter «Swiss Travel System» tätig (STS). Deshalb hast du auch deine Rolle als SBB Green Class Ambassador abgelegt. Bist du traurig, die Botschafterfunktion zu beenden?

    Ich freue mich sehr, mein Know-how für Swiss Travel System einzusetzen. Das Unternehmen ist noch jung und steckt voll in der digitalen Transformation. Es reizt mich, das Unternehmen in dieser Phase begleiten zu können. Zudem sind die Reise-, öV- und Tourismusbranchen ganz mein Zuhause. Da fühle ich mich wohl und ich kann mich damit bestens identifizieren. Natürlich bin ich traurig, meinen Hut als Ambassador für SBB Green Class abzugeben. Meine persönliche Weiterentwicklung und die neue Stelle bei STS liegen mir jedoch sehr am Herzen und sind bei meinen Überlegungen im Vordergrund gestanden. Ich habe mich sehr gerne für die SBB engagiert und bin stolz, im Bereich digitaler Content eine kleine Pionierrolle eingenommen zu haben. Nun kommt etwas Neues und darauf freue ich mich auch.

    Wie bist du zum Engagement als SBB Green Class Ambassador gekommen?

    Vorgängig habe ich bereits seit rund drei Jahren für die SBB gebloggt und mich dadurch als Content Producer etabliert. Die Nähe zur SBB und zum Thema generell haben wohl dazu beigetragen, dass ich angefragt worden bin. So bin ich dann später auch erster Testkunde für SBB Green Class geworden und habe unter anderem den BMW i3 und das GA noch vor den übrigen 150 Testkunden erhalten. Schliesslich bin ich ja auch der Protagonist im Teaser-Video und habe Content erstellt, um die Testkunden zu rekrutieren. Insgesamt einfach ein tolles Erlebnis!

    Was hat dich am Engagement besonders fasziniert, warum hast du zugesagt?

    Es hat mich sehr gereizt, bei einem einmaligen Projekt dieser Grösse und mit solch hohem Potential teilzunehmen. Mir hat der Gedanke gefallen, etwas zu machen, das die Zukunft nachhaltig beeinflussen könnte. Und dass sich die Zeit, die ich investieren würde, auf irgendeine Weise positiv für die Gesellschaft auswirken könnte. Denn dieses Projekt kann weitreichende Folgen haben. Wenn die SBB und andere Transportunternehmen ihre Produkte und Angebote strukturieren um Leute dazu zu bewegen, effizienter und nachhaltiger unterwegs zu sein, ist das Ziel erreicht. Dass das Projekt wissenschaftlich begleitet wird, hat mich ebenfalls überzeugt. Herauszufinden, wie die Testkunden unterwegs sind, welches Verkehrsmittel sie wann und wie oft benutzen und wie sie sich dabei verhalten – das interessiert mich. Und ja, es ist lässig, ein Elektroauto zu fahren und bequem mit dem GA kombinieren zu können.

    Wie hat sich dein persönliches Mobilitätsverhalten verändert, seit du Ambassador für nachhaltige Mobilität geworden bist?

    Ich war schon immer mit dem öV unterwegs. Nach meiner Rückkehr in die Schweiz habe ich diesen noch mehr zu schätzen gelernt – in Columbus hat es genau einen Bus pro Stunde gegeben. Ich bin ein Power User, der sehr gerne mit Zug, Bus und Schiff unterwegs ist. Ich mag Bahnhöfe und beobachte gerne Züge, wie sie so durch die Landschaft fahren. Aber das Bewusstsein für die Elektromobilität habe ich erst während meines Engagements als Ambassador für SBB Green Class entdeckt.

    Wie fährt es sich mit einem Elektroauto? Was ist anders als bei einem Benziner?

    Das Fahrgefühl ist genial, man spürt kein Ruckeln. Der BMW i3 fährt sich wie ein «Golfwägeli», das von null auf hundert in vier Sekunden beschleunigt (lacht). Zum «Tanken»: ich habe sehr selten auswärts getankt, vor allem weil ich das Auto nur für kürzere Distanzen eingesetzt habe. Im Sommer beträgt die Reichweit rund 240, im Winter hingegen etwa 150 Kilometer. Wir haben unsere Fahrten so geplant, dass wir abends jeweils wieder zu Hause waren oder uns zumindest innerhalb von 200 Kilometern bewegt haben. Alle anderen Fahrten haben wir per Zug unternommen.

    Du hast über intelligente Stassenlampen berichtet, einem indischen Journalisten die nachhaltige Mobilitätskette gezeigt oder philippinischen Bloggerinnen die Schweiz und deren Mobilität nähergebracht. Welches ist das eindrücklichste Erlebnis im Rahmen deines Engagements?

    Das ist ganz klar die «Wave Trophy», eine Rally für Elektrofahrzeuge aus ganz Europa. Von Tesla-Limousinen über wahre «Hingucker» bis zu futuristischen Zweirädern habe ich dort praktisch alles gesehen. Dieses Event bleibt mir wohl noch lange in Erinnerung. Den Anlass gibt es seit zehn Jahren. Dessen Gründer hat sich zum Ziel gesetzt, die Wahrnehmung von nachhaltiger Mobilität positiv in der Bevölkerung zu verankern. Er hat als Erster die Solarenergie geschickt für die Fortbewegung eingesetzt und so 54 000 Kilometer zurückgelegt. Ich bin sehr beindruckt, wie er seine Vision durchgezogen hat.

    Ambassador, Blogger, Fulltime-Job: Wie bringst du das alles unter einen Hut?

    Die Zauberworte sind Disziplin und wenig Schlaf. Das tönt schlimmer als es ist, denn mein Hobby ist gleichzeitig mein Beruf und umgekehrt. Da fühlt sich Arbeiten nicht anstrengend an. Natürlich, ich arbeite oftmals abends, wenn andere netflixen oder auch am Wochenende. Aber Struktur und Disziplin helfen sehr dabei, all meine Aufgaben zu erledigen. Zudem bin ich immer gewappnet, wenn ich unterwegs bin. Kamera und Smartphone mit integriertem Notizblock sind immer dabei und können bei Bedarf gezückt werden. Priorität haben aber immer meine Anstellung und die Familie. Als externer SBB Green Class Ambassador habe ich mein Mandat ja nun vorerst einmal abgelegt. Wir werden sehen, was da allenfalls als Mitarbeitender auf mich zukommt. Ich bin ja jetzt sozusagen Teil der grossen SBB Familie und da läuft bei dir ja anscheinend einiges im Bereich «Mitarbeitende als digitale Botschafter».

    Was sind deine nächsten Ziele? Wünsche, Träume, was kommt noch?

    Newly Swissed werde ich weiterhin als Hobby betreiben. Ich freue mich auf weitere Inspirationen als Basis für spannende Beiträge im Onlinemagazin. Ich fokussiere aber klar auf meine neue Aufgabe bei STS und möchte mein ganzes Wissen einbringen, um unsere kombinierten Angebote für Zug, Bus und Schiff im Ausland noch bekannter zu machen.

    Dimitri, vielen Dank für das spannende Interview und den Einblick in dein Leben. Wir wünschen dir für deinen weiteren Weg alles Gute und heissen dich hiermit ganz offiziell herzlich willkommen in der Greater SBB Family! :-)