Die smarte Strassenlampe in Wädenswil ist ein Hingucker

Am Eröffnungsfest in Wädenswil fallen für die neue Strassenlampe verschiedene Namen: Pfosten, Lichtmast oder gar Smart City Tower. Letzterer Begriff trifft ins Schwarze, denn diese Strassenlampe hat es in sich. Viel mehr als ein stromsparender Lichtspender ist sie ein wichtiger Pfeiler der zukünftigen «Smart City» Wädenswil.

    Dieser multifunktionale Lichtmast ist zugleich ein Leuchtturm 

    Bereits im Jahr 2010 hat Wädenswil das Label Energiestadt erhalten, denn die Ortschaft im Kanton Zürich investiert entsprechend viel in die Energieeffizienz. Und bei allen neuen Projekten in die Infrastruktur gilt es, Ressourcen zu schützen und gleichzeitig die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern.

    Der Smart City Tower ist eine Konsequenz dieser langjährigen Bemühungen. Eine Stadt ist ein komplexes Gebilde aus Infrastruktur, Politik und Technologie, und insofern ist der Smart City Tower ein wichtiger Schritt in die Zukunft. Oder in den Worten von Philipp Kutter, Stadtpräsident von Wädenswil, ist er ein «Leuchtturm der Smart City-Bewegung».

    Neben den Elektrizitätswerken des Kantons Zürich (EKZ) und der Anbieterin von Strassenbeleuchtungen, ELEKTRON, ist auch die SBB mit im Boot. Da die intelligente Strassenlampe unmittelbar gegenüber dem Bahnhof Wädenswil steht, passt sie perfekt in die Vision von Smart City Hubs. Die SBB begleitet Städte auf dem Weg in die Digitalisierung, sei es mit zukunftsweisenden Immobilienprojekten oder mit innovativen Mobilitätslösungen.

    Good News für Mobilitätspioniere

    Zwar ist die Hauptaufgabe der intelligenten Strassenlampe nach wie vor die Beleuchtung des Gerbeplatzes im Zentrum von Wädenswil. Aber in diesem multifunktionalen «Pfosten» steckt noch einiges mehr, wie der CEO von ELEKTRON, Enrico Baumann, dem anwesenden Publikum erklärt: Es gibt ein integriertes Public-WLAN, Sensoren zur Erhebung von Umwelt- und Verkehrsdaten, und nicht zuletzt zwei Ladestationen für Elektroautos.

      Mein BMW i3 Elektroauto von SBB Green Class habe ich schon am Morgen hier parkiert und an die Stromtankstelle angeschlossen. Praktischer und billiger geht es nicht, denn eine Registrierung ist nicht nötig und der Strom ist erst noch gratis. Nur für den Parkplatz selber muss ich ein Billett lösen.

        Und so darf ich am Tag des grossen Eröffnungsfests die Zukunft aus erster Hand miterleben. Auf dem Gerbeplatz findet ab 17:30 Uhr ein Dorffest statt, inklusive Apérobuffet und Luftballonen. Es ist noch hell draussen und die anwesenden Nachbarn und Schaulustigen plaudern. Dann geht es los mit den Ansprachen.

        Ein Gemeinschaftsprojekt

        Schnell wird klar, dass ein solches Innovationsprojekt im Bereich der Digitalisierung nur dank einer engen Zusammenarbeit von verschiedenen Partnern umgesetzt werden kann. In seiner Rede fasst Ernst Stocker, Finanzdirektor des Kantons Zürich und langjähriger Bewohner von Wädenswil, die Symbolik der smarten Strassenlampe folgendermassen zusammen: «Dieser Pfosten hilft uns, die anstehenden Probleme der Zukunft zu lösen».

          Die Partner betreiben das schweizweit einzigartige Projekt gemeinsam. Aus Sicht von Herrn Baumann steht der Smart City Tower denn am Anfang einer spannenden Reise, möchte er aus Wädi doch eine «Vorzeige-Smart-City» machen. Platziert im öffentlichen Raum können aufgepeppte Lichtmasten die perfekte Infrastruktur für den weiteren Ausbau bieten.

            Peter Franken, Mitglied der Geschäftsleitung bei der EKZ, freut sich am cleveren Einsatz von Strom: «Um die Energiestrategie 2050 des Bundes umzusetzen, muss das Stromnetz intelligenter werden». Ausgestattet mit energiesparenden LED-Lampen leuchtet der Smart City Tower nur so hell wie nötig und spart Energie.

            Und Bruno Lochbrunner, Leiter Kompetenzcenter Bahnhöfe bei der SBB, beschäftigt sich intensiv mit der Digitalisierung: «Dank kostenlosem WLAN und Ladestationen für Elektroautos können Reisende ihre Mobilität auf der Strasse nahtlos mit dem öffentlichen Verkehr auf der Schiene verbinden».

            Anstatt für die offizielle Eröffnung ein zeremonielles Band durchzuschneiden, gibt es eine Einlage der lokalen Band «4elle». Unter dem Motto «Me and My Smart City» haben die Musiker extra einen Jingle mit Ohrwurm-Potenzial komponiert.

            Nach dem offiziellen Teil dunkelt es langsam ein

            Die helle LED-Beleuchtung schaltet an und die Organisatoren möchten von mir wissen, was mein erster Eindruck vom Smart City Tower denn nun sei. Ich bin begeistert. Als SBB Green Class Botschafter darf ich für den Videobeitrag zum Eröffnungsfest ein kurzes Statement abgeben.

            In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie der intelligente Pfosten bei der Bevölkerung ankommt. Gemäss der Philosophie der Stadt, dass für gelungene Projekte jeweils mehrere Partner involviert werden sollen, wird das Feedback die Richtung der Weiterentwicklung bestimmen. Ich kann jedem wärmstens empfehlen, beim Eindunkeln einen Abstecher nach «Wädi» am Zürichsee zu machen. Der neuartige Leuchtturm beim Bahnhof wird nicht zu übersehen sein.

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