India meets SBB Green Class

Die grüne Welle von SBB Green Class ist mittlerweile im weit entfernten Indien angekommen. Die Idee, mit einem minimalen Fussabdruck von A nach B zu gelangen, hat dem Reporter von NDTV in Delhi am meisten imponiert. Und bei einer Fahrt im Elektroauto vom Zürcher Hauptbahnhof ins Grüne konnte sich Herr Amitoj Singh von der nachhaltigen Mobilität in der Schweiz gleich selbst überzeugen.

    Seit siebzig Jahren pflegen Indien und die Schweiz freundschaftliche Beziehungen. Als Teil dieses Jubiläums hat die Fernsehstation NDTV in Delhi kürzlich einen Reporter in die Schweiz entsandt. Herr Singh soll das innovative Gesicht der Schweiz kennenlernen und darüber berichten. Sein Wochenprogramm beinhaltet Besuche im Wyss Labor, wo er die neusten Entwicklungen in der Robotik bestaunen kann. Ein Mittagessen im Hiltl, dem ältesten vegetarischen Restaurant der Welt, darf ebenfalls nicht fehlen wie ein Gespräch mit den Ingenieuren der ABB. Aber bevor Herr Singh Richtung EPFL Hochschule in Lausanne und dem CERN in Genf weiterzieht, macht er bei der SBB Green Class halt.

    Ich treffe den Journalisten und seinen Filmemacher mitten in der Stadt Zürich, wo ich mein BMW i3 Elektroauto parkiert habe. Um ihm die nachhaltige Mobilitätskette näher zu bringen, fahren wir aus der Stadt hinaus ins Grüne. Seine gewundrigen Fragen fangen beim Preisschild für SBB Green Class an («Das ist ja teurer als mein Kleinwagen in Delhi.») und hören bei den Verkehrsregeln auf («In der Schweiz geht auf der Strasse alles so geregelt zu und her.»)

      Es ist spannend zu beobachten, wie der geübte Journalist das Projekt SBB Green Class einzuordnen versucht. Für indische Verhältnisse würden wir hier in der Schweiz von Luxusproblemen sprechen. Die Luftverschmutzung und die ständige Verkehrsüberlastung seien für Delhi klar das grösste Problem. Und so gelingt es ihm doch, einen Aufhänger für seine Story zu finden: Die Nachhaltigkeit der Elektromobilität. Denn eine Fortbewegung ganz ohne Abgas, das scheint ein universales Bedürfnis zu sein – auch beim TV-Publikum in Delhi.

      Bevor mich Herr Singh endgültig für eine Spritzfahrt auf der «German Autobahn» überzeugt, fahre ich wieder stadtwärts zum Hauptbahnhof. Sein Intercity nach Bern fahre auf die Minute genau ab, lasse ich ihn wissen. Die Antwort kommt prompt: «Auch in Indien fahren die Züge oft pünktlich ab – sie kommen einfach nicht pünktlich an.»

      Das Newssegment von NDTV kann man hier anschauen.