WAVE Trophy: Eine grüne Welle rollt durch die Schweiz

Angefangen hat alles vor zehn Jahren, als das schnittige «Solartaxi» einmal rund um die Welt flitzte. Ganz allein von Sonnenenergie angetrieben machte sich das Elektroauto in Luzern auf den Weg. Am Steuer war Louis Palmer, ein ehemaliger Lehrer, der mit seinem innovativen Projekt regelrecht Geschichte schrieb. Denn Palmer ist der erste Mensch, der Solarenergie geschickt für die Fortbewegung eingesetzt und so ganze 54'000 Kilometer hinter sich gelegt hat.

    Die WAVE Trophy fährt eine Charm-Offensive

    Heute findet in der Schweiz jedes Jahr eine Rally mit Elektroautos statt. Louis Palmer hat sich zum Ziel gesetzt, die Wahrnehmung von nachhaltiger Mobilität positiv in der Bevölkerung zu verankern. An der WAVE Trophy nehmen allerlei Gattungen von Elektrofahrzeugen teil. Von Tesla-Limousinen über wahre «Hingucker» bis zu futuristischen Zweirädern findet man praktisch alles.

    Als SBB Green Class-Pionier mit eigenem Elektroauto will ich mir dieses Spektakel natürlich nicht entgehen lassen. Und so gehöre ich an diesem sommerlichen Samstag zu den ersten, die am Zürcher Helvetiaplatz auf die grüne Welle warten.

    Hier fährt Herr Simon aus Anwil mit seinem «Johammer» im Ziel ein. Sein elektrisches Zweirad sieht in etwa so aus, wie ich mir Motorräder in der Zukunft vorstelle:

      Ja, die grüne WAVE Trophy fährt eine Charm-Offensive direkt in die Herzen der vielen Zuschauer am Strassenrand. Auf dem Land hätten ganze Schulklassen der Parade zugewinkt, erzählt mir eine Teilnehmerin.

        Über Stock und Stein, über Passstrassen und sanfte Hügel, und sogar bis vor die Tore vom verkehrsfreien Zermatt sind die 112 Teilnehmenden während einer Woche gefahren. Nach einer zurückgelegten Distanz von 1600 Kilometern kommt die grösste Elektromobil-Rally der Welt jetzt also in Zürich an.

        Und schon kommt eine neue Welle von Fahrzeugen ins Ziel. Was auffällt: Man hört sie nicht kommen, man sieht sie nur. Eins nach dem anderen schweben die Elektroautos und -bikes sanft und lautlos unter den Zielbogen, wo die Lenkerinnen und Lenker vom Organisator höchstpersönlich begrüsst werden.

          Eine ganze Reihe an Fahrzeugen kann man auch nur wegen deren Lautlosigkeit von Benzinern unterscheiden. Denn es handelt sich um gängige Modelle, die von den Eigentümern auf Elektromobilität umgemodelt wurden.

          Oder sieht man es diesem 1969er Opel Rekord etwa an, dass er 100 prozentig elektrisch angetrieben wird?

            Genauso haben diese beiden Tüftler aus Deutschland einen «Döschwo» elektrifiziert. Umgerechnet 12 Arbeitstage hätten sie investiert, um den Hubraum mit einer Batterie und einem Elektromotor auszustatten.

              Mit Abstand der grösste Karren ist der «Futuricum Collect», ein in Winterthur hergestelltes Wertstoffsammelfahrzeug mit 100 Prozent Elektroantrieb:

                Kaum angekommen, werden die Elektrofahrzeuge an die Buchse angeschlossen, um frischen Strom zu tanken. Als BMW i3-Fahrer kenne ich dieses Verhalten, denn nach etwa 200 Kilometern schliesse ich den Wagen jeweils an den Strom an. Bei der WAVE Trophy muss der Strom übrigens von jedem Teilnehmer selber erzeugt werden. Möglich ist das mit einer Windturbine oder einer Solaranlage, die zu Hause installiert ist und Strom ins öffentliche Netz einspeist.

                Speziell beeindruckt hat mich das Team «Women in Charge». Dieses Jahr unterwegs in einer  Mutter-Tochter-Konstellation, hat das Team schon vor vier Jahren zum ersten Mal am WAVE-Roadtrip teilgenommen. Dr. Petra Nass erklärt, dass die Elektromobilität ihrer Meinung nach noch zu fest von Männern dominiert wird. Deshalb möchte sie Frauen zeigen, wie zugänglich und umweltschonend Elektroautos sind: «Erwiesenermassen sind es ja auch Frauen, die Kaufentscheide für Fahrzeuge fällen. Sie müssen wir von den Vorteilen der Elektromobilität überzeugen, um in der Gesellschaft etwas zu bewegen.»

                  Mit der E-Grand Tour of Switzerland die Vielfalt der Schweiz erfahren

                  In der Schweiz gibt es mittlerweile abertausende öffentliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Schweiz Tourismus hat vor Kurzem den ultimativen Roadtrip für Tesla & Co. zusammengestellt. Die schönsten Strassenabschnitte ihrer Grand Tour of Switzerland wurden mit einem dichten Netz von 300 Ladestationen ausgestattet. So können über 1600 Kilometer leise und umweltschonend abgefahren werden – die elektrifizierte Tour ist eine Weltneuheit.

                  Wer weiss, ob je ein SBB Green Class-Pionier die Herausforderung annimmt und einen Teil der E-Grand Tour of Switzerland mit dem BMW i3 zurücklegt? Das wäre bestimmt ein Erlebnisbericht wert…